Innenstadt

  1. 10.1. "Cafe´ Altes Theater" (A-The´)
  2. 10.2. Geschäfts- und Kaufhaus Eduard Borchardt
  3. 10.3. Hotel Goldener Beutel
  4. 10.4. Museum für Naturkunde und Vorgeschichte
  5. 10.5."SPUK"-Haus

10.1. "Cafe´ Altes Theater" (A-The´) mit Theaterpassage (1944 zerstört)

Der Cafe´- und Konzertgarten des "A-The" besaß internationales Flair, ein Treffpunkt der Bauhaus- und Theaterkünstler. Im Bildhintergrund der Geschäftsbereich der Theaterpassage, wo sich auch das Stadt-Werbeatelier der Junkerswerke befand. Foto von 1927.

"Cafe´Altes Theater" (A-The´) mit Theaterpassage, Kavalierstraße, Dessau, 1926/27. Architekt Erich Kurt Elster in Zusammenarbeit mit dem Junkers-Stahlbau. Innenausstattung des "Cafés A-The" erfolgte durch das Bauhaus und die Passage mit Geschäften entstand im Zeitgeist der Moderne. Junkers & Co. lieferte und installierte die wärmetechnischen Geräte. In der Theaterpassage befand sich auch von 1927-33 das "Junkers-Stadtatelier", ein Studio für Technische Werbung und Reklame der Junkerswerke, das der Künstler Friedrich Peter Drömmer leitete.

10.2. Geschäfts- und Kaufhaus Eduard Borchardt (nicht realisiert)

Entwurfsprojekt für das Geschäftshaus von Eduard Borchardt neben dem "Alten Theater" in der Kavalierstraße.

Geschäfts- und Kaufhaus Eduard Borchardt, Kavalierstraße am Alten Theater, Dessau, 1931/32. Bauhäusler und Architekt: Eduard Ludwig. Dieser erhielt am 15.06.1932 das Bauhaus-Diplom Nr. 72 vom 3. Bauhausdirektor Ludwig Mies van der Rohe. Dr.-Ing. Wilhelm Klingenberg, Chefstatiker im Junkers-Stahlbau, berechnete die Stahlskelett-Konstruktion des Projektes. Der aufkommende Nationalsozialismus, Antisemitismus und die Schließung des Bauhauses 1932 verhinderten die Realisierung dieses modernen Bauvorhabens.

10.3. Hotel Goldener Beutel

Der Wintergarten mit dem Konzertsaal im Hotel Goldener Beutel in der Steinstraße besaß eine sichtbare Dachkonstruktion in Junkers-Stahllamellenbauweise, 1929.

Hotel Goldener Beutel, Steinstr. 3/4. 1926/28 Bau der repräsentativen, modernen Hotelanlage mit großem Konzertsaal und Wintergarten. Flachbogenhalle in Stahl-Lamellen-Bauweise. Bauausführung: Junkers-Stahlbau. Gesamtausstattung mit wärmetechnischen Geräten von Junkers Kaloriferwerk und Junkers & Co. Am 07. März 1945 wurden das Stadtzentrum und auch das bekannte Hotel durch Bomben völlig zerstört.

10.4. Museum für Naturkunde und Vorgeschichte

Einladungskarte zur Einweihung der Junkers-Lehrschau am 03.02.1929, dem 70. Geburtstag von Prof. Hugo Junkers. Auch der Lichthof des Naturkundemuseums war mit in die Lehrschau einbezogen, wie ein Aquarell von Max Lösel von 1929 dokumentiert.

Museum für Naturkunde und Vorgeschichte, Askanische Str. 28a, 1927 gegründet. Ursprünglich als Leopolddankstift 1746-50 errichtet, danach Nutzung als Kunsthalle. Erstes Podium für Ausstellungen des Bauhauses. 1927 wurde der Innenhof mit einem leicht gewölbten Junkers-Stahllamellendach versehen, die Museumsräume modernisiert und mit wärmetechnischen Geräten der Junkerswerke ausgestattet. Hier befand sich auch von 1929-1935 die "Junkers-Lehrschau", eine didaktisch gestaltete Technikausstellung über die kreativen Leistungen in Forschung, Entwicklung und Produktherstellung der Junkerswerke. Im Bombenhagel am 7. März 1945 brannte das Museum völlig aus. Ab 1948 erfolgte der Wiederaufbau des Gebäudes mit anschließender Nutzung als Naturkundemuseum.

10.5. "SPUK"-Haus

"SPUK"-Haus, das "Sport- und Kurs-Haus", früher das Gebäude der Dessauer Ortskrankenkasse in der Wallstraße Richtung Lilly-Herking-Platz, gehört zum Gymnasium Philanthropinum. Es ist ein Bau der Moderne nach einem Entwurf des Dessauer Architekten Erich Kurt Elster und wurde am 21. Dezember 1930 eingeweiht. Bauausführung der Stahlkonstruktion erfolgte durch den Junkers-Stahlbau.

In der ursprünglichen Kombination Kommunaleinrichtung mit Wohngebäude "funktionierte" der Gebäudekomplex im sprichwörtlichen Sinne bis an die Schwelle des 21. Jahrhunderts. Während der öffentliche und allgemein zugängliche Kommunalbereich und die Büroräume der Ortskrankenkasse im großflächigen Parterre untergebracht waren, befanden sich die Wohnungen in den drei Obergeschossen, teilweise sogar mit großen Dachterrassen. Ausgestattet mit der modernsten Junkers-Wärmetechnik, Junkers-Gas-Warmwasser-Apparaturen und einer Inneneinrichtung mit Einbauschränken für Schlafzimmer und Küche, Maßanfertigung der Junkers-Möbelfabrik, besaßen die Wohnungen einen qualitätsvollen und hohen Standard. Für den großen Schalterraum der Ortskrankenkasse hatte der Bauhausmeister Joost Schmidt eine "Bauhausuhr" mit einem zeitlos modern gestalteten Zifferblatt entworfen, während die Büroausstattung mit Stahlblechmobiliar (Aktenregale, Schränke, Hängeregistrierung, Archivablage) nach den Junkers-Patenten Nr. 525 015 vom 8. März 1928, Nr. 547 664 vom 24. November 1929 und Nr. 556 970 vom 29. Oktober 1930 durch das Junkers-Kaloriferwerk erfolgte.

Im Jahr 2007 umfassend rekonstruiert und für Schulzwecke umgebaut, ist das Gebäude heute ein Ort der Bildung.

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