Bauhaus-Siedlung

  1. 13.1. Bauhaus-Siedlung
  2. 13.2. Ehemaliges Gebäude Konsumverein Dessau

13.1. Bauhaus-Siedlung

Standort Moses-Mendelssohn-Gesellschaft, Mittelring 38

Bauhaus-Siedlung (Standort Moses-Mendelssohn-Gesellschaft, Mittelring 38 ), Stadtteil Dessau-Süd und Törten. Nach Entwürfen des Bauhausdirektors Walter Gropius, projektiert durch sein Baubüro, entstand 1925-28 parallel zur Damaschkestraße die Bauhaussiedlung. Im Auftrag der Stadt Dessau durch Förderung der "Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen" entstanden in drei Bauabschnitten 316 Einfamilien-Reihenhäuser nach einer rationalisierten Typenbauweise. Muster für die Innenausstattung fertigte Marcel Breuer in der Bauhaus-Tischlerei an. Die Beleuchtungsträger kamen aus der Bauhaus-Metallwerkstatt, Leiterin Marianne Brandt. Wärmetechnische Geräte für Küche und Heizung lieferten die Dessauer Junkers- und Askaniawerke. Technischen Fortschritt im modernen Haushalt symbolisierte die Installation solcher Geräte, wie die "Volks-Gastherme" nach Junkers-Patent-Nr. 363 731 vom 2. Juni 1920 und die sich nach unten verjüngende Junkers-Sparbadewanne Patent-Nr. 422 215 vom 25. November 1924. Dagegen fand der vom Bauhaus favorisierte Beton-Badetrog bei den Bewohnern nicht die erhoffte Resonanz.

Die von Walter Gropius angestrebten Ziele der Industrialisierung und Rationalisierung im modernen Wohnungsbau konnten mit diesem Siedlungskonzept in beachtlichem Maße erreicht werden. Die Einfamilien-Reihenhäuser sind Ausdruck eines gelungenen Experimentes und heute noch, jedoch mit überwiegend veränderten Fensterformen, erhalten.

Im Wohnhaus Mittelring 38 hat sich die am 10. Juni 1993 gegründete Moses-Mendelssohn-Gesellschaft Dessau e.V. etabliert. Sie widmet sich der regionalen deutsch-jüdischen Geschichte in Anhalt. Das Lebenswerk des berühmtesten Dessauer Juden und Philosophen Moses Mendelssohn (1729-1786) und der Dialog der Religionen und Kulturen steht dabei im Mittelpunkt der Vereinsarbeit. Im Verein engagiert sich auch Bernd Junkers, Enkel von Prof. Hugo Junkers. Hugo Junkers selbst war 1929 Mitglied des Kuratoriums der Moses-Mendelssohn-Stiftung, zu der namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Geisteswissenschaften der Weimarer Republik zählten.

13.2. Ehemaliges Gebäude Konsumverein Dessau

Im Zentrum der Bauhaus-Siedlung, am Dreieck, steht das historische Konsumvereinsgebäude, Entwurf Walter Gropius, 1928.

Ehemaliges Gebäude Konsumverein Dessau, Am Dreieck, Stadtteil Süd. Nach Vorgaben des Konsumvereins für Dessau und Umgebung entwarf der Architekt und Bauhausgründer Walter Gropius in seinem privaten Bauatelier für das Zentrum der halbkreisförmigen Bauhaussiedlung 1927 ein viergeschossiges Konsumgebäude, das mit einem großen Flachbau mit Verkaufseinrichtungen verbunden war. Die Bauausführung erfolgte 1928 durch regionale Baufirmen. Einbaumöbel für die Büroräume und die Küchen der drei Wohnungen fertigte die Bauhaus-Tischlereiwerkstatt. Marcel Breuer entwarf einen langen durch drei Geschäftsabteilungen führenden Verkaufstresen, eine Besonderheit, der wegen seinen Abmaßen in der "Dessauer Möbelfabrik AG" (Möfa) gebaut wurde. Hugo Junkers hatte das Unternehmen 1928 für seine Modellfertigung erworben. Nun baute die Möfa auch für das Bauhaus. Junkers & Co. und Junkers-Kaloriferwerk statteten die Küchen, Bäder, die zentrale Waschküche und den Kühlraum des Konsumgebäudes mit moderner Technik aus, die über sechzig Jahre lang funktionierte.

© 2016 Junkers-Pfad Dessau. Alle Rechte vorbehalten

Impressum