Ehemaliges Arbeitsamt Dessau

Der innere Umgang im Shedbau des historischen Arbeitsamtes lässt das "schwebende" Glasdach prägnant erkennen, 1929.

Ehemaliges Arbeitsamt Dessau, an der Südseite des August-Bebel-Platzes gelegen. Der interessante und stadtbildprägende Gropius-Rundbau, wie die Dessauer das historische Arbeitsamt von Walter Gropius volkstümlich nannten, entstand 1928/29. Vorausgegangen war ein nationaler Architekturwettbewerb, den die Stadt auslobte. Ein Stahlskelettbau mit einer Verkleidung aus lehmfarbenen Verblendsteinen war zweifelsfrei der funktionellste Bau des Bauhausgründers Walter Gropius, den er bis dahin entworfen hatte. Dessen ungewöhnliche Stahlkonstruktion erlaubte eine besondere Dachform; mit Glas verkleidete Shedringe erfüllten den Zweck der Beleuchtung und Belüftung und gaben dem Gebäude den rationellen Charakter eines Industriebaues. Dr.-Ing. Wilhelm Klingenberg, in der Firma Junkers-Stahlbau leitend tätig, berechnete die Statik der Baukonstruktion. Doch das künstlerische Moment an diesem Bau zeigte sich in der optimalen Wirkung des scheinbaren Schwebens, das durch die Transparenz der Dachkonstruktion erreicht wurde. Ausgestattet mit wärmetechnischen Geräten und einer modernen Schwerkraftheizung von den Junkerswerken zeigt dieser Bauhausbau beispielhaft die Verknüpfung der baukünstlerischen Moderne mit der innovativen Technik jener Zeit.

Die Stahlskelettkonstruktion des Arbeitsamtes in der Bauphase des Jahres 1928.

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